Über uns

TUWA – Tauchverein für Unterwasserarchäologie

ist ein anerkannter gemeinnütziger Verein in Österreich und hat seine Ziele folgendermaßen definiert:

“Der Verein bezweckt die interdisziplinäre Grundlagenforschung und Weiterentwicklung der Unterwasserarchäologie unter besonderer Berücksichtigung anderer Disziplinen wie der Naturwissenschaft, Technik und Kulturwissenschaft. Des Weiteren bezweckt der Verein die Bekanntmachung der daraus resultierenden wissenschaftlichen Ergebnisse. Zudem soll auch fortwährend auf die dringende Problematik des Denkmalschutzes in Österreich wie auch des Umweltschutzes hingewiesen werden.”

Der Verein TUWA wurde im November 2009 von Mitgliedern des Arbeitskreises Unterwasserarchäologie der ÖGUF- Österreichischen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (http://www.oeguf.ac.at/) gegründet. Der AK-UW –  Arbeitskreis Unterwasserarchäologie ist schon seit längerem in der ÖGUF verankert und bildet daher eine gute Plattform für Vortragende, Studierende und Interessierte an der Universität Wien.

Durch eigenes Engagement konnten Mitglieder des Arbeitskreises im Frühjahr 2009 ein eigenes Prospektionsprojekt starten (siehe Projekt: “Der Schwarze See”). Als mit weiteren kleinen Projekten langsam Fragen nach der Organisiation und Finanzierung auftraten, beschlossen fünf AK-UW Mitglieder einen eigenen Verein zu gründen. So entstand TUWA – Der Tauchverein für Unterwasser Archäologie mit seinem Team:

Ziel des Vereins ist es Strukturen für eine wissenschaftliche Forschung in der Unterwasserarchäologie auch für Österreich zu schaffen und Aufgaben zu übernehmen die aufgrund seiner losen Struktur nicht vom AK-UW übernommen werden können. Die begonnenen Projekte werden nun von TUWA in enger Zusammenarbeit  mit dem Arbeitskreis weitergeführt. Daher soll es nicht verwundern, dass hier Projekte von beiden Plattformen vorgestellt werden, sind es doch letzendlich dieselben Personen die sich hier aktiv um die Anliegen der Unterwasserarchäologie kümmern.

Der Arbeitskreis sieht sich in erster Linie als Organisator für Vorträge am Institut für Ur- und Frühgeschichte Wien und als Anlaufstelle für Interessierte und Studierende die mehr zum Thema Unterwasserarchäologie erfahren wollen.

TUWA hingegen hat sich konkrete Ziele gesetzt. Unterwasserarchäologie beschäftigt sich immer mit dem Studium von Menschen und deren Hinterlassenschaften. Unsere Vision als Wissenschafter und Unterwasserarchäologen ist es deshalb zumindest ein Streiflicht auf die Vergangenheit zu werfen, um frühere Lebensweisen besser verstehen zu lernen. Die Notwendigkeit dieser archäologischen Arbeit und der daraus ziehbaren Erkenntnisse gilt es der Öffentlichkeit verständlich und zugänglich zu machen.

Deshalb ist eines unserer Hauptanliegen die wissenschaftliche Erforschung archäologischer Fundplätze und deren Bekanntmachung und Publikation.

TUWA Plakat DEGUWA 2010

Die Wissenschaft Unterwasserarchäologie (D. Neubauer)

Archäologie unter Wasser ist in seinen Grundzügen eine eher neue Wissenschaft. Zwar wurden schon ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer wieder Befunde unter Wasser entdeckt (z.b: die Pfahlbauten am Attersee, Mondsee), doch konnten diese, sofern sie nicht im Flachwasser lagen nicht planmäßig wissenschaftlich erforscht werden.

Erst mit der Verbreitung der Aqualunge und dem darauffolgenden Boom im Sporttauchbereich wurde international eine Masse an Fundstellen aufgespürt und konnte nun auch planmäßig erforscht werden. Doch erst relativ spät, ab den 60er Jahren, erkannte man das Potential, welches unter Wasser schlummerte und nur darauf wartete geborgen zu werden. Leider wurde aufgrund des erst spät erwachten wissenschaftlichen Interesses schon viel von unwissenden Laien zerstört – hier setzen die Unterwasserarchäologie Arbeitskreise und Vereine an und hoffen mit Ihrer Forschung und ihren Publikationen mehr Wissen zu der Wichtigkeit der Unterwasserarchäologie vermitteln zu können.

Doch warum ist die Archäologie unter Wasser so spektakulär? Die Antwort ist einfach: was an Land verrottet, verrostet oder anderweitig vergeht bleibt unter Wasser meist besser konserviert – teils kann man noch das komplette Schiff und auch die Ladung sehen bzw. bergen (http://www.youtube.com/watch?v=qjcXHMaXVa4). Unendlich schöne Schätze wie die VASA (http://www.youtube.com/watch?v=L8gpeTscEY4) oder das Uluburun Wrack (http://www.youtube.com/watch?v=HCxZTEK3z_c) konnten so geborgen, ausgewertet und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Auch die Lebenswelten der Besatzungen und Menschen, welche diese Schiffe steuerten und darauf lebten können so detailreicher rekonstruiert werden. In diesem Sinne hat die Unterwasserarchäologie international auch den letzten Jahren einen mächtigen Schritt vorwärts gemacht und sich immer mehr Richtung einer interdisziplinären Disziplin zwischen Geisteswissenschaft-Technik und Naturwissenschaft entwickelt. Tec Diving, Deep Sea Exploration und neue, innovative Methoden (z.B.: http://www.youtube.com/watch?v=34fTIMkBMNM ) wie auch Theorien konnten hier  bedeutende neue Einsichten dem Archäologen liefern. Doch nicht nur neue, tiefer gelegene Wracks wären zu explorieren. Auch ganze Landschaften könnten in der Zukunft zu erreichen sein – man denke nur an die Küstenregion, welche vor und während der Eisenzeit Kilometer vor der jetzigen Küstenregion lag, Jahrtausende lang bevorzugt besiedelt war und nun perfekt konserviert auf die Entdeckung wartet.

Doch diese technischen Finessen sind eine Seite – daneben werden auch im Low-Cost Sektor (meist Flachwasserbereich) immer wieder Projekte umgesetzt – und hier gilt: was Hänschen nicht lernt lernt der Hans nimmer mehr – neben der bloßen Technik ist es auch wichtig als Taucher innerhalb der von der Natur vorgegeben Limits fit zu bleiben, die grundlegenden Techniken des Zeichnens und Vermessens zu erlernen und so bei Flachwasserausgrabungen wie z.B. am Bodensee (http://www.youtube.com/watch?v=Uh71z1lQoQw&p=1D8FF1917A5611E1&playnext=1&index=16) oder auch in Flüssen selbst Hand anlegen zu können. In diesem Sinne ist es wichtig die Unterwasserarchäologie mit Vorträgen (www.oeguf.ac.at, www.tuwa.at) und auch mit praktischen Übungen (http://www.8ung.at/rrtc/index.htm) weiter voranzutreiben.

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