Der Schwarze See

Der Schwarze See bei Satteins in Vorarlberg Feldkirch ist nicht groß. Nach den offiziellen Daten der Vorarlberger Landesregierung handelt es sich um einen gerade mal 4,8 Meter tiefen See mit einer Fläche von 0,65 Hektar. Er liegt auf einer Seehöhe von 553 Meter und  entstand vermutlich im Spätmittelalter durch einen  Felssturz vom Spiegelstein . Früher war der heutige Boden des Sees also trocken begebar.

In der Literatur wird der See unter dem Namen  ”Schwarze Seesattel” als vor- und frühgeschichtlich begangener Pass erwähnt. Diese Aussage wird auch durch die Sichtung von Spuren einer alten “Römerstraße” am Grund des Schwarzen Sees durch S. Jenny unterstützt.  Bei den Sanierungsarbeiten des Sees in den 80er Jahren kamen jedoch keine Strukturen einer Straße ans Licht. Die Vermutung, sie würde sich immer noch am Grund des Sees befinden, nahm TUWA zum Anlass, eine erstmalige Unterwasserprospektion im Schwarzen See durchzuführen. Mit Unterstützung der Vorarlberger Wasserrettung, der Firma Karsten Wink, Ardis und Dr. Klaus Pfeifer wurde im April 2009 während einer dreitägigen Kampagne der See prospektiert.

Als vorranigges Ziel des Projektes wurde festgelegt, dass aufgrund der schlechten Ausgangslage im Forschungsstand wie auch im Methodenbereich in der Unterwasserarchäologie in Österreich, beide Themengebiete näher beleuchtet und neue Erkenntnisse gewonnen und publiziert werden sollten. Durch eine vorhergehende visuelle Prospektion über Wasser war die Lage zweier Bäume bekannt, die, da sie unter Wasser liegen, bei der Entstehung des Sees abgestorben sein mussten und somit interessante dendrochronologische Daten beinhalteten.  In einem zweiten Schritt wurde der Südteil des Sees systematisch betaucht, wobei eine mögliche Wegtrassenführung festgestellt wurde. Für nachfolgende Analysen wurden Proben der zwei in situ verwurzelten Stämme genommen.

Für die Baumstämme konnte ein Datierungsspielraum  für den Absterbetermin zwischen 1361 bis 1371 errechnet werden. Somit fällt das Naturereignis der Bergsturz vom Spiegelstein, der zum Aufstauen des Sees führte, klimatisch an den Beginn der Übergangsphase vom mittelalterlichen Wärmeoptimum zur “Kleinen Eiszeit”. Der Keimzeitraum liegt, beim rekonstruierten Baumalter der Eiche als Element eines wärmegetönten Laubmischwaldes von rund 330/40 Jahren, um das Jahr 1030 und belegt somit indirekt eine mindestens knapp 1000jährige, befestigte, saumwegähnliche Struktur. Durch das Keimdatum der Bäume konnte die minimalste Benutzungsdauer der im Weiteren postulierten Trassse festgestellt werden, da die Wegführung zu diesem Zeitpunkt schon den im Anhang ermittelten Verlauf gehabt haben muss, sonst würde einer der beiden Bäume heute nicht existieren, und mehr Platz für eine alternative Route nach einer genaueren Beurteilung des Geländes nicht bleibt. Wäre die Route allerdings etwas nach Osten oder Westen verschoben, kann der Weg nur vor 1030 n. Chr. bestanden haben.

Als abschließendes Ergebnis kann gesagt werden, dass durch die taucharchäologische Prospektion für den Schwarzen See neue Erkenntnisse gewonnen wurden. Es wurde einerseits das durch Sagen und Gerüchten postulierte Alter des Sees nahezu bestätigt, andererseits auch der Felssturz, der den See aufstaute.

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