Pfahlbauten Mondsee

STATION SEE-MONSEE

Um die aktuelle Situation (Gefährdung/ Zustand) der Pfahlbaustation See-Mondsee ermitteln und beurteilen zu können, wurde das betreffende Gebiet durch ein TUWA -Team sowie Dr. Rupert Breitwieser (Universität Salzburg) in zwei Prospektionstauchgängen am 23.04. und 24.04.2010 betaucht.

Grundschwelle eines Feuchtbodenhauses

Etwa 15 Meter süd-südöstlich der Einstiegsstelle finden sich in einer Tiefe von ca. 1,5 Meter die ersten Pfähle der Station See – Mondsee. Die bis zu etwa 50 cm hohen Pfähle können über das gesamte Pfahlbaugebiet der Seetrasse bis zu einer max. Tiefe von ca. 2, 5 Meter beobachtet werden. Zwar weisen einzelne Pfähle Störungen auf, die meisten Pfähle der Station sind jedoch in einem relativ guten Zustand.

Neben Keramikfragmenten und vereinzelten Knochen konnte auch eine Grundschwelle eines Feuchtbodenhauses in der Kulturschicht dokumentiert werden. Dies belegt in deutlicher Weise die fortschreitende Abrasion des Siedlungsniveaus. Im ehemaligen Grabungsbereich ist die Kulturschicht größtenteils schwer gestört bzw. nicht mehr vorhanden, aber auch an den Rändern der von dem Grabungsschnitt unberührten Teile der Seeufersiedlung kommt es bereits zu starker Erosion. Als neuzeitliche Störung der Pfahlbaustation kann das aus den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts stammende Messraster angeführt werden, dass das Grabungs- und Prospektionsareal der damaligen Kampagne umschließt.

Für die in Fachkreisen umstrittene Theorie eines „Mondsee-Tsunamis“, der angeblich die Station See zerstört haben soll, konnten keine Hinweise gefunden werden.

Im Hinblick auf den am 26.Jänner 2010 unterzeichneten Antrag zur Aufnahme der Pfahlbauten im Alpenraum als „transnationales Sammelgut“ in die Welterbe-Liste sollte die Station See-Mondsee regelmäßigen unterwasserarchäologischen Kontrolltauchgängen unterzogen werden. Auf Grund der geringen Wassertiefe im Bereich des Siedlungsareals könnten die Pfähle durch ein Boot beschädigt werden, aber auch Badegäste stellen in diesem Bereich eine Gefahr für die Kulturschicht dar und könnten ihr unwiderbringlichen Schaden zufügen. Gleiches gilt für künstliche Veränderungen des Seespiegels und die damit verbundenen Strömungen, die zu vermehrter Abdeckung führen. Weiters sollten auch die natürlichen Erosionsvorgänge in regelmäßigen Abständen beobachtet werden.

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Der Schwarze See

Der Schwarze See bei Satteins in Vorarlberg Feldkirch ist nicht groß. Nach den offiziellen Daten der Vorarlberger Landesregierung handelt es sich um einen gerade mal 4,8 Meter tiefen See mit einer Fläche von 0,65 Hektar. Er liegt auf einer Seehöhe von 553 Meter und  entstand vermutlich im Spätmittelalter durch einen  Felssturz vom Spiegelstein . Früher war der heutige Boden des Sees also trocken begebar.

In der Literatur wird der See unter dem Namen  ”Schwarze Seesattel” als vor- und frühgeschichtlich begangener Pass erwähnt. Diese Aussage wird auch durch die Sichtung von Spuren einer alten “Römerstraße” am Grund des Schwarzen Sees durch S. Jenny unterstützt.  Bei den Sanierungsarbeiten des Sees in den 80er Jahren kamen jedoch keine Strukturen einer Straße ans Licht. Die Vermutung, sie würde sich immer noch am Grund des Sees befinden, nahm TUWA zum Anlass, eine erstmalige Unterwasserprospektion im Schwarzen See durchzuführen. Mit Unterstützung der Vorarlberger Wasserrettung, der Firma Karsten Wink, Ardis und Dr. Klaus Pfeifer wurde im April 2009 während einer dreitägigen Kampagne der See prospektiert.

Als vorranigges Ziel des Projektes wurde festgelegt, dass aufgrund der schlechten Ausgangslage im Forschungsstand wie auch im Methodenbereich in der Unterwasserarchäologie in Österreich, beide Themengebiete näher beleuchtet und neue Erkenntnisse gewonnen und publiziert werden sollten. Durch eine vorhergehende visuelle Prospektion über Wasser war die Lage zweier Bäume bekannt, die, da sie unter Wasser liegen, bei der Entstehung des Sees abgestorben sein mussten und somit interessante dendrochronologische Daten beinhalteten.  In einem zweiten Schritt wurde der Südteil des Sees systematisch betaucht, wobei eine mögliche Wegtrassenführung festgestellt wurde. Für nachfolgende Analysen wurden Proben der zwei in situ verwurzelten Stämme genommen.

Für die Baumstämme konnte ein Datierungsspielraum  für den Absterbetermin zwischen 1361 bis 1371 errechnet werden. Somit fällt das Naturereignis der Bergsturz vom Spiegelstein, der zum Aufstauen des Sees führte, klimatisch an den Beginn der Übergangsphase vom mittelalterlichen Wärmeoptimum zur “Kleinen Eiszeit”. Der Keimzeitraum liegt, beim rekonstruierten Baumalter der Eiche als Element eines wärmegetönten Laubmischwaldes von rund 330/40 Jahren, um das Jahr 1030 und belegt somit indirekt eine mindestens knapp 1000jährige, befestigte, saumwegähnliche Struktur. Durch das Keimdatum der Bäume konnte die minimalste Benutzungsdauer der im Weiteren postulierten Trassse festgestellt werden, da die Wegführung zu diesem Zeitpunkt schon den im Anhang ermittelten Verlauf gehabt haben muss, sonst würde einer der beiden Bäume heute nicht existieren, und mehr Platz für eine alternative Route nach einer genaueren Beurteilung des Geländes nicht bleibt. Wäre die Route allerdings etwas nach Osten oder Westen verschoben, kann der Weg nur vor 1030 n. Chr. bestanden haben.

Als abschließendes Ergebnis kann gesagt werden, dass durch die taucharchäologische Prospektion für den Schwarzen See neue Erkenntnisse gewonnen wurden. Es wurde einerseits das durch Sagen und Gerüchten postulierte Alter des Sees nahezu bestätigt, andererseits auch der Felssturz, der den See aufstaute.

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Kraftwerk Winterwehr in Waidhofen/Ybbs

Mit der Errichtung des Kraftwerks Winterwehr in Waidhofen/Ybbs will die Stadt ein neues Kapitel in Sachen Ökologisierung und Energieautarkie aufschlagen. Wie aus der einschlägigen Presse zu entnehmen ist, wird das Kraftwerk im Endausbau an die 1500 Haushalten sauberen Strom liefern können. Neben diesen technischen Fakten sind auch die wirtschaftlichen Daten vielversprechend. Aus denkmalpflegerischer Sicht ist natürlich der Umgang mit der historischen Bausubstanz – also dem Winterwehrgebäude – lobend hervorzuheben. Trotz dieser vielen positiven Aspekte ist es doch auch nötig diese Projekt, und vor allem aus archäologischer Sicht, die Abwicklung des Bauvorhabens selbst, zu kritisieren.

Aus Sicht der Naturschützer (http://www.proybbs.at/) sind vor allem die Natur und deren Agenden zu bedenken. Eine komplette Verbauung der Ybbs mit den auf der oben genannten Homepage beschriebenen Konsequenzen muss bedacht werden.

Zusätzlich ist die Ybbs nicht nur als ein Naturraum sondern auch als ein Kulturraum zu sehen und behandeln. Noch bis vor 100 Jahren (z.B.: http://www.hollenstein-ybbs.gv.at/content.php?pageId=5013) hing das Leben der Menschen stark mit dem Fluß und seinen Gegebenheiten zusammen. Die Wasserwerke produzierten Energie für Produktionsbetriebe entlang der Ybbs und das dringend benötigte Holz wurde die Ybbs entlang nach Waidhofen, in das Eisenverarbeitungszentrum, geflößt. Aus dieser Funktion des Flusses und aus dem Leben, welches am Fluss auch stattfand, lässt sich folgern, dass archäologisch gesehen einiges an interessanten Dingen an und in diesem Fluss zu erforschen wäre.

Zu diesem Zwecke wurde ein Rundgang von der Zeller Brücke zur Florianibrücke auf beiden Seiten durchgeführt um diese Strukturen zumindest visuell und photographisch zu erfassen. Unterstützt wurde diese Begehung durch den Fakt, dass zum Zwecke der Ausbaggerung der Ybbs bei dem Längswerk Winterwehr nach der Ablassung der Ybbs zu erfassen. Dabei wurde vor allem Augenmerk auf den “Hafen von Waidhofen” gelegt – ein potentiell interessanter Ort der Stadthistorie, dem man archäologisches Interesse widmen könnte. Auf einem Stich von Merian aus dem Jahre 1649 lässt sich deutlich die alte Zeller Brücke erkennen. Rechts davon erscheint der “Waidhofner Hafen”. Augenscheinlich eine Holzpfostenkonstruktion, welche benutzt wurde um das geflößte Holz sicher an Land zu bringen.

Diese Tradition fand erst 1890 ihren Abschluss. Danach wurde diese sicher entfernt oder durch Naturereignisse (Hochwasser) mitgespült. Wenn die Pfosten nicht gezogen wurden – was nicht zu erwarten wäre, da keine Nachnutzung der Lokalität geplant war, so ist zu vermuten, dass diese industriellen Relikte auch heute noch im Boden schlummern und so archäologisch nachweisbar wären. Auch wenn der Abstand zur heutigen Zeit in Bezug auf diese Konstruktion gering erscheint – eine Dokumentation im Zuge der Bauarbeiten wäre zumindest empfehlenswert, um diesen “Waidhofner Hafen” für die Zukunft zumindest fragmentarisch zu dokumentieren um sich später vielleicht dieser Lokalität zu erinnern und dessen touristisches Potential (“Alleinstellungsmerkmal”) zu nutzen. Zusätzlich wäre es sicherlich möglich – und auch kostengünstig durchzuführen – den ausgebaggerten Kies an dieser Stelle mit einem Metallsuchgerät zu durchsuchen.

Aus archäologischer Sicht sind desweiteren einige Höhlen rund und im Stadtgebiet von Waidhofen sehr interessant. Lage und naturräumliche Voraussetzungen würden dafür sprechen, dass Menschen hier – wie ich auch in historischer Zeit – Schutz gesucht haben und dabei archäologisch relevante Überreste zurückgelassen haben. Eine Dokumentation dieses Bestandes und eine Sichtung wären interessant und denkbar. Desweiteren wäre es auch wert Einbauten wie auch Fundamente neuerer Zeit zu dokumentieren – die einmalige Lage vieler Industriebauten so nahe am Wasser könnte so umfassender dargestellt werden und auch späteren Generationen noch näher gebracht werden. Tachymetrische Vermessungen nach dem Vorbild von Projektwochen in Kooperation mit Schulen wären hier eine gute Möglichkeit Praxis einerseits zu bieten andererseits aber auch kostengünstig zu arbeiten.

Zuletzt sei zusammenfassend gesagt, dass der Kraftwerksbau eigentlich eine ausgezeichnete Möglichkeit gewesen wäre archäologische Überreste in diesem Bereich – schließlich dem engeren Stadtbereich Waidhofens – näher zu betrachten und diese auch zu dokumentieren. Langfristig würde so auch eine weitere Facette der Geschichte Waidhofens dokumentiert und auch ein Fenster hin zu einer touristsichen Verwertung geöffnet. Und wer weiß… vielelicht ruht in dem schönen Waidhofen ein kleiner Schatz – vielleicht haben auch schon Menschen vor Jahrtausenden von Jahren diesen Ort geschätzt wie die Bewohner heutzutage…

Mehr Informationen rund um die Ybbs:

http://lebensministerium.maz24.com/generationblue/brg_waidhofen/quellen/quellen.html

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Die Römer am Attersee

Pfostensetzungen

Pfostensetzungen im Bereich der römischen Anlage in Weyregg am Attersee. Foto: (c) 2010 Viktor Jansa

Römische Villen sind in Österreich keine Seltenheit. Dass es jedoch auch Wasserbauwerke gibt, die in die Römische Kaiserzeit datieren, ist weit weniger bekannt. Eine dieser seltenen Anlagen liegt in Weyregg am Attersee und wird derzeit von einem Forschungsteam des Vereins TUWA genauer untersucht. Die von Johann Offenberger in den Siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entdeckte und als Hafen interpretierte Anlage1 wurde aufgrund der 14C-Untersuchung von in diesem Bereich geborgenen Holzbohlen auf ca. 210 n. Chr. datiert.

Steinschlichtungen

Steinschüttungen, vermutlich Reste einer Mole. Foto: (c) 2010 Viktor Jansa

Um eine genauere Interpretation der Anlage zu ermöglichen, werden derzeit umfangreiche Vermessungsarbeiten mit elektronischen Meßmethoden mit hoher Genauigkeit sowie eine Dokumentation mit digitalen stereofotogrammetrischen Methoden durchgeführt. Außerdem wird die Anlage selbst und die Umgebung mit 3D-Sonar, Metalldetektoren sowie im Flachwasserbereich auch mit Georadar untersucht, um eventuell im Untergrund verborgene Strukturen aufspüren und dokumentieren zu können.

Informationen zum laufenden Projekt werden täglich hier aktualisiert.

Die Feldarbeit zum Projekt wird bis zum 07.11.2010 durchgeführt, das Ergebnis der Auswertungen wird auf dieser Webseite veröffentlicht.

Literatur:

1Offenberger, Johann: Tauchuntersuchungen der Abteilung für Bodendenkmale im Attersee und Traunsee: Die römische Hafenanlage von Weyregg am Attersee. In: Fundberichte aus Österreich, 1982, 223-233

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Die Pfahlbauten im Attersee

Im Juli 2009 wurde von Mitgliedern TUWAs der Attersee im Bereich der Pfahlbaustation Kammerl betaucht.

Ziel war es einen aktuellen Überblick über den derzeitigen Erhaltungszustand der Objekte zu bekommen. So wurde ein abgestecktes Gebiet in einer Fünfer-Formation abgesucht. Dabei wurde eine starke Beschädigung der Pfähle durch die Bojen der darüberliegenden Seegelboot-Anlegestelle festgestellt.


Dies soll der Start für eines Langzeitprojektes sein, bei dem immer wieder schon bekannte Fundstellen auf ihren Zustand hin geprüft werden. Die Tauchgänge sollen auch zur Probenentnahme für die Erlangung von Dendrodaten dienen, die für die Salzkammergutseen bislang nur vereinzelt vorliegen. Dabei muss auch die zunehmende Zerstörung dieses so wertvollen Kulturerbes unter Wasser dokumentiert werden um so die zuständigen Behörden aufzurütteln, sowie eine breite Öffentlichkeit für ihre Rettung zu mobilisieren. TUWA wird, gestützt auf Genehmigungen des Bundesdenkmalamtes, weitere Kontrolltauchgänge in Österreichischen Seen durchführen um den Zustand des Kulturerbes unter Wasser zu überprüfen.

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CMAC News and Reports Vol. 2 No. 1 verfügbar

Der neue Bericht des an der Texas A&M University beheimateten Center for Maritime Archaeology and Conservation ist verfügbar.

In den letzten 2 Jahrzehnten wurde an der Texas A&M University (TAMU), vor allem durch die Zugehörigkeit des in Bodrum in der Türkei beheimateten Institute for Nautical Archaeology (INA), eines der besten schiffsarchäologischen Ausbildungsprogramme der Welt etabliert. Gleichzeitig wurden intensive Forschungen auf dem Gebiet der Konservierung betrieben, die 2005 in die Gründung des Center for Maritime Archaeology and Konservation mündeten, das sich des Themas in institutionalisierter Form widmet.

Das CMAC veröffentlicht jährlich einen Bericht über seine Aktivitäten. Unter nachstehenden Links können sie die bisher erschienenen Berichte downloaden.

CMACNewsandReportsVol2No1-1, Spring 2010

CMACNewsandReportsVol1No1-1, Spring 2009

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